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Neuromotorische Entwicklungsförderung

Bewegung ist wesentliche Grundlage menschlicher Entwicklung. Erste Bewegungen im Mutterleib werden durch frühkindliche Reflexe ermöglicht. Sie bilden die natürliche Grundlage für die notwendige Reifung des zentralen Nervensystems und somit auch von Bewegung, Wahrnehmung, Sprache, Lernen und Verhalten.

Ab der Empfängnis, bis ca. zur Vollendung des ersten Lebensjahres nehmen die frühkindlichen Reflexe eine zentral-wichtige Stellung ein. Sie dienen vor allem der Geburtserleichterung, dem Sicherstellen des Überlebens des Kindes während und nach der Geburt und der Entwicklung der motorischen Fähigkeiten und der Wahrnehmung. Diese sind Grundlagen für jegliches Lernen und Verhalten.

Werden die frühkindlichen Reflexe, wie von der Evolution vorgesehen, gehemmt, die kindlichen Grundbedürfnisse befriedigt und bekommen Kinder ausreichend Möglichkeit, sich in einem sicheren und geborgenen Umfeld die Welt zu eigen zu machen, sie mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Sinnen zu begreifen, dann haben sie die Möglichkeit sich den Herausforderungen des Lebens mit ihrem ganzen Potential zu stellen.

 

D.h. bleiben die frühkindliche Reflexe bestehen (persistieren), ist die störungsfreie Entwicklung eingeschränkt. Die Folgen dieser Entwicklungsverzögerung können z.B. sein:

 

AD(H)S

Lernstörungen

Dyskalkulie

Legasthenie

Verhaltensauffälligkeiten

Konzentrationstörungen

Motorische Koordinationsstörungen

Wahrnehmungsstörungen

...

 

Die zentrale Stellung der frühkindlichen Reflexe für eine gesunde, störungsfreie Entwicklung haben Sally Goddard und Dr. Peter Blythe, ein Forscherehepaar aus Chester, England, erkannt und ein Bewegungs-Therpiekonzept, das aus langjährigen Beobachtungen entstand, entwickelt. Es wurde als NDT/INPP® (Institut of Neuro-Physiological Physiology) bekannt. Sally Goddard und Dr. Peter Blythe veröffentlichten ihre Forschungsergebnisse im Jahr 2000 in der englischsprachigen Fachzeitschrift "The Lancet".

 

Nach eingehender Diagnostik wird - wenn nötig - ein, auf das betreffende Kind zugeschnittenes, motorisches Förderprogramm erstellt. Rund zehn Minuten täglicher Übung unter Anleitung eines Erwachsenen reichen in der Regel aus, um noch vorhandene, frühkindliche Reflexe zu hemmen. Das Programm dauert ca. 1½ Jahre.

 

Durch verschiedene Studien wird die Wirksamkeit des Programms nach NDT/INPP® belegt. Dies wird dadurch unterstrichen, dass sich dieses Programm mitlerweile von Chester, England ausgehend über Europa in den folgenden Ländern etabliert hat und dort vielen Kindern hilft:

 

Deutschland, Finnland, Irland, Italien, Mexiko, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Schweden, Schweiz, Ungarn, USA

 

Das Programm kommt in englischen und dänischen Grundschulen seit Jahren regelmäßig zum Einsatz.


Durch die Hemmung der frühkindlichen Reflexe können sich lebenslange Reflexe etablieren. Da frühkindliche Reflexe alle Wahrnehmungsebenen beeinflussen, können Lern- und Verhaltensentwicklung beeinträchtigt sein. Die Anwendung des INPP-Programms reduziert daher diese Auffälligkeiten. Bei ADHS-Kindern wurde eine deutliche Abnahme der als problematisch eingestuften Verhaltensweisen beobachtet. In vielen Fällen konnte auf die Gabe von Medikamenten verzichtet werden.

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